Ein Gemeinderatskrimi…
Am Dienstag, den 27.7.2021 um 19.00 Uhr lud der Bürgermeister zu einer Sitzung des
Gemeinderates. Ganze 15 Punkte mitsamt Unterpunkten hat man sich für diesen Abend vorgenommen.
Gleich zu beginn verkündete der Bürgermeister, dass der Punkt 4. „Freizeitzentrum
Neustift Ges.n.b.R. – Wettbewerblicher Dialog mitsamt Unterpunkten 4.1. Bericht über den
bisherigen Vergabevorgang durch GF Franz Gleirscher und RA Dr. Herbert Schöpf LL.M.
sowie Punkt 4.2. Beratung und Beschlussfassung über die Bewilligung des
wettbewerblichen Dialogs zur Entwicklung der Freizeitzentrum Neustift Ges.nbR, nach fast
ganz hinten der Tagesordnung verschoben wird.
Als man nun endlich zu diesen besagten Punkten kam, wurde die Öffentlichkeit
ausgeschlossen, mit der Begründung, es handle sich hier um ein „Dialogverfahren“
welches einer strengen Geheimhaltung unterliege.
Die anwesenden Bürger und auch die nicht eingeweihten Gemeinderäte staunten nicht
schlecht und waren wie vor den Kopf gestoßen. Diese Überrumpelungstaktik scheint
immer wieder zu funktionieren.
Das Ergebnis der Beratung und Beschlussfassung (mit 1 Gegenstimme und 2
Enthaltungen) war, dass 3 Projekte in die engere Auswahl gekommen sind. Es erübrigt
sich, zu erwähnen, dass alle drei Bewerber sich ohne Schwimmbad präsentieren.
Das bedeutet, dass all unsere Arbeit und all eure Unterschriften quasi umsonst waren.
Trotz der Zusagen seitens der Gemeindepolitik, unsere Vorschläge und den Willen eines
großen Teiles der Bevölkerung zu berücksichtigen und ein Hallenbad in der Planung ein
zu beziehen, hat der Gemeinderat mit voller Absicht gegenteilig entschieden.
Zur Vorgeschichte
Im Jahr 2018 hat der Verwaltungsrat des Freizeitzentrums mit Vertretern von Gemeinde
(Bgm. Mag. Peter Schönherr, sein Stellvertreter Andreas Gleirscher und Stern Hermann)
und Tourismusverband (Kindl Klaus (Hotel Kindl), Schöpf Stefan (Hotel Augarten) und
Pfurtscheller Hans (Hotel Brunnenhof)) ein Vergabeverfahren zum Neubau des
Freizeitzentrums beschlossen. Ein Kriterium war, dass der Neubau KEIN Schwimmbad
enthalten soll. Vermutlich gab es zu diesem Vorgehen der 3 Gemeindevertreter keinen
Gemeinderatsbeschluss weshalb jetzt am 27.7.21 der Punkt 4.2. der Tagesordnung
angesetzt war.
Wird ein Vergabeverfahren gestartet muss dieses auch zwingend abgeschlossen werden.
Im Herbst 2021 wird ein Siegerprojekt gekürt und der Gemeinderat beauftragt einen
Generalplaner zur Umsetzung. Die „Verliererprojekte“ erhalten eine – nicht geringe –
Abfindung für ihre Aufwendungen. Sollte ein künftiger Gemeinderat sich gegebenenfalls
dazu entschließen das Projekt nicht umzusetzen, muss eine entsprechend hohe
Entschädigung für den entgangenen Auftrag geleistet werden.
Überall werden die Schwimmbäder geschlossen (sowohl in der Stadt als auch in
Innsbruck-Land) und auch unsere Gemeinde steigt leider auf diesen Zug auf. Dabei wird
vollkommen ignoriert, dass ein Schwimmbad für das ganze Tal einfach zu wenig ist. Wie
dieser Sommer wieder zeigt: sowohl das Freizeitzentrum als auch das Stubay sind
bestens besucht und vor allem bei Regenwetter sind BEIDE Bäder überfüllt! Ignoriert werden auch jene Experten, die nicht müde werden zu betonen, wie wichtig und
lebensrettend es ist, dass Kinder frühest möglich das Schwimmen erlernen!
Hinzu kommt, dass eine große Tourismus-Gemeinde wie Neustift mit jährlich über 1,2
Mio (!) Nächtigungen einfach ein Schwimmbad braucht! Nahezu alle Vermieter – mit
wenigen Ausnahmen wie jene Hotels, die ein Schwimmbad besitzen – sind alle
Privatzimmervermieter, Ferienwohnungen, Pensionen und Hotels ohne Schwimmbad
davon abhängig. Für den absoluten Großteil der stubaier Vermieter würde ein
selbstverständliches Angebot ersatzlos wegbrechen und die Stubai
